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Dein Atelier – dein Königreich


DEIN Atelier... Es ist dein persönlicher Arbeitsraum, dein „Künstler-Büro“ und deine "Kreativwerkstatt". Jener Ort, wo die Kreativität frei fließen und dich zum Malen anregen soll. Deshalb ist es wichtig, diesen Platz für DICH so liebevoll und inspirierend wie möglich zu gestalten. Frage dich am besten:

  • Wer oder was inspiriert mich?
  • Welche Kunstwerke aus der Vergangenheit oder der zeitgenössischen Kunst finde ich schön?
  • Welche Symbole und Zeichen faszinieren mich?
  • Was bereitet mir Freude?
  • Was brauche ich in meinem Umfeld, um mich entspannen zu können?
  • Wie kann ich meinen kreativen Platz so inspirierend wie möglich gestalten?

Gestalte dein Atelier als deinen ganz persönlichen, verrückten, fantasievollen Raum. Solltest du keinen eigenen Raum zur Verfügung haben, lass dich davon nicht abhalten. Zuhause ist, wo du bist. Kreativität ist, wo du bist und was du daraus machst. Vielleicht findest du einen Tisch, wo du dir dein Kreativ-Plätzchen einrichten kannst. Der Raum darf gerne kindlich, verspielt, verrückt, bunt oder auch ruhig und anmutig gestaltet werden  ganz nach deinem Bedürfnis. Zum Arbeiten ist es von Vorteil, dass du einen stabilen Tisch hast, wo du dich in Ruhe ausbreiten kannst und nicht ständig darauf achten musst, etwas umzuwerfen. Nutze, wenn du magst, auch den Fußboden  nimm einen Karton als Unterlage und mach es dir mit Kissen gemütlich. Umgib dich mit Bildern, Fotos, Sprüchen oder Zeitungsausschnitten, die motivierend und anregend für deine Arbeit sind. Kauf dir Bücher von Künstlern oder Menschen, die dich inspirieren und nutze sie als deine persönlichen Motivatoren. Je größer der Raum, desto mehr Möglichkeiten bieten sich. Vor allem, wenn du auf großen Leinwänden oder Papierformaten arbeiten möchtest, solltest du dir ausreichend Platz schaffen. Die Garage (falls sie beheizt und gut beleuchtet ist sowie Platz zum Arbeiten bietet) eignet sich auch als deine Kreativwerkstatt. Maler, die ihrer Kunst Ausdruck verleihen wollen, finden ohnehin immer ein geeignetes Plätzchen. Dabei ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Gartenhäuschen, Container, Wohnmobile, kleine Boote, beheizte Zelte... Als Anfänger zählt allerdings nur, dass du dich in deinem Raum wohlfühlst und dich ungestört bewegen kannst. 

 

Let it shine: Gutes Licht ist besonders wichtig, nicht nur für deine Augen, sondern auch um deine Werke gut beurteilen zu können. Deshalb bestehen viele Künstler auf helle Räume mit großen Fenstern. Am besten eignet sich zum Arbeiten das Tageslicht, für die Nachtstunden, bei schlechtem Wetter oder wenn du eben nur einen dunklen Raum zur Verfügung hast, sollte zusätzlich ein Scheinwerfer oder eine Tageslicht-Leuchte bereitstehen. Es gibt aber auch viele Künstler, die in den Nachtstunden am kreativsten sind und daher nur mit künstlichem Licht arbeiten.

 

Spieglein, Spieglein an der Wand: Ein Spiegel ist praktisch für Selbstporträts oder andere Studien. Jeder Künstler geht durch die Schule des Beobachtens. Für viele sind Selbstporträts ein Muss in der eigenen künstlerischen Entwicklung. Auch, um das Thema Perspektive besser zu verstehen, sollte zumindest ein kleiner Spiegel im Atelier vorhanden sein. 

 

Holzpuppe: Menschen zeichnen zu lernen, ist anfangs eine sehr fordernde Aufgabe, bei der man sich konzentrieren muss und gleichzeitig lernt, mit viel Geduld seine Beobachtungsgabe und Fantasie in Einklang zu bringen. Auch wenn es nicht zu den beliebtesten Lernzielen gehört, sollte sich jeder Künstler einmal mit der menschlichen Proportionslehre befassen. Die Holzpuppe ist in unterschiedlichen Größenvariationen erhältlich und zeigt hilfreich und einfach durch die geometrische Formen, wie der menschliche Körper gegliedert ist. Ich kann daher eine Holzpuppe gerade Anfängern wärmstens empfehlen. 

 

Schneidematte: Eine große Schneidematte + Cutter + großes Lineal... diese sind praktisch zum Experimentieren und um große Papierformate zu teilen bzw. um zerrissene Stellen zu begradigen.

 

Fresh air: Sorge an deinem Arbeitsplatz immer für eine gute, frische Luft. Förderlich für die Kreativität bzw. für eine klare Konzentration sind Düfte wie Jasmin-, Zitronen-, Orangen- oder Lemongras-Öl (Duftlampe).

 

Empty wall: Wenn möglich, lass irgendwo eine große weiße Wandfläche frei, somit kannst du deine Werke unverfälscht auf ihre Wirkung prüfen. Die weiße Wand muss sich auch nicht unbedingt in deinem Atelier befinden. Du könntest dir auch einfach eine große weiße Leinwand oder grundierte MDF-Platte besorgen, vor der du dann deine Werke platzieren kannst.

 

Auswahl: Pinsel, Stifte, Farbtuben, Malspachtel in unterschiedlichen Formen und Größen – am besten übersichtlich gesammelt und gelagert. Zum Thema Pinsel werde ich noch einen eigenen Blogartikel verfassen, wo ich auf die unterschiedlichen Haartypen und Pinselformen eingehe.

 

Staffelei: Diese kann einerseits zum Arbeiten genutzt werden (wer z. B. nicht gebeugt über einen Tisch arbeiten möchte und seiner Arbeit lieber gegenüber sitzt) und andererseits bei Vernissagen für Präsentationszwecke dienen.

 

Chill-out-Zone: Nichts setzt mehr Kreativität und Ideen frei, als wenn man einfach mal Pause macht und sich ausruht. Eine Tasse Kaffee/Kakao/Tee, ein gutes Buch und ab in die Hängematte zum Chillen. Wieder Kind sein  nur für eine Stunde oder zwei... Such dir also ein Plätzchen entweder in deinem Atelier oder an einem anderen für dich günstigen Ort, wo du dich in die Muße begeben kannst.

 

Music is the key: Hab in jeden Fall ein Radio oder ein anderes Gerät zum Abspielen von Musik bereit. Musik beflügelt und inspiriert und sollte in keinem Atelier fehlen. Stell dir verschiedene Playlists zusammen, die deine Lieblingslieder enthalten und dich in eine gute Stimmung versetzen. Solltest du mal eine Abwechslung brauchen, schau auch auf YouTube oder Spotify nach Musik, welche die Kreativität fördert. 

Gerne teile ich hier eine meiner Spotify-Playlists, die mich immer wieder inspiriert ;-)

 

Lagerung: Sorge für einen guten Lagerplatz deiner fertigen Arbeiten (z. B. Bilderkrippe, Zeichenmappen, Boxen, breite Regale) sowie für Malgründe wie Papiersorten oder Keilrahmen. Kaufe dir schöne Aufbewahrungsboxen und Behälter für deine Pinsel, Stifte und andere Malmittel.

 

Behälter & Pflege: mehrere Wasserbecher, Pinselreiniger (ich empfehle Kernseife) und eine Handpflege-Creme sollten zu deiner Grundausstattung gehören. Ich nutze beispielsweise beim Arbeiten immer zwei Becher: Einen zum Reinigen des Pinsels, wenn die Farben gewechselt werden und einen weiteren zur Farbaufnahme. Gereinigte Honig- oder Marmeladengläser sowie alte Tücher ersetzen teure Behälter und Mal-Lappen. Bevor du sie wegwirfst, verwende auch Joghurtbecher oder schneide Plastikflaschen auf und nutze sie als Behälter.

 

Kamera: Diese dient für Dokumentationszwecke und zum künstlerischen Experimentieren. Fotografiere deine Werke zwischendurch ab. Erstens kannst du im Nachhinein betrachten, wie sich dein Bild verändert und entwickelt hat. Zweitens findest du durch verschiedene Kunstfilter auf deinem Handy eine weitere Inspirationsquelle, die du eventuell auch in deine reale Arbeit miteinbeziehen kannst.

Ich würde jeder Künstlerin und jedem Künstler raten, die eigenen Werke auch digital festzuhalten  also abfotografieren und übersichtlich in Ordner abspeichern. Vielleicht möchtest du dir einmal ein Fotobuch deiner Werke drucken lassen oder mit einer Galerie zusammenarbeiten. Dann ist es praktisch, wenn du deine Arbeiten in hoher Auflösung (300 dpi) digital bei der Hand hast.

 

Schürze oder Kleidung die schmutzig werden darf. Besonders Acrylfarben können böse Flecken hinterlassen, die vor allem aus Kleidung sehr schwer wegzubekommen sind.

 

Große Kartons oder Verpackungspapier können als Unterlage oder zum Lagern (Schutz vor dem Abfärben der Werke untereinander) genutzt werden.

 

Werde zum Sammler: Kunst ist ein sinnliches Erlebnis. Egal ob Fotos, Sprüche, Zeitschriften, Bücher oder Naturmaterialien wie Steine, Äste, getrocknete Blüten,... Alles was dich fasziniert, berührt, anregt – sammle es und bewahre es übersichtlich auf, damit du es für deine Kunst (ev. für Collagen) oder als Inspirationsquelle nutzen kannst. Achte aber hier auf ein gesundes Maß, denn zu viel Ansammlungen an Krimskrams kann "erdrückend" wirken und kostet letztendlich Energie.

 

Die Tipps zur Grundausstattung stammen aus meiner eigenen Erfahrung. Ich habe mein persönliches Sortiment nach und nach erweitert. Du musst nicht alles genauso wie ich umsetzen. Fang klein an. Ich empfehle – speziell bei den Farben – immer eine Mischung verschiedener Preisklassen zu kaufen. Besorge dir unterschiedliche Papiersorten, Farben, Pinsel z. B. auch im Diskonter  einfach mal zum Ausprobieren. Nach einer Zeit des Experimentierens, wirst du ohnehin Vorlieben entwickeln und nach und nach automatisch ein Gespür dafür bekommen, wie viel du wovon brauchst und was zu deiner Kunst passt. Professionelle Künstler-Utensilien (von Farben bis zur Atelier-Einrichtung) findest du im deutschsprachigen Raum u. a. bei:

www.gerstaecker.at

www.boesner.at

 

Ich wünsche dir unendlich viel Spaß und Freude bei deinen ersten Steps in die Malerei!

 

Shine bright,

Jasmin ;-)

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