Mein Weg zur Malerei

Wie der Lotus, der aus dem Schlamm empor wächst, war mein Weg zur Malerei. Damals, in der 2. Klasse Handelsakademie gelangte ich im negativen Sinne an die Grenze meiner Leistungsfähigkeit. Ich war immer eine fleißige Schülerin, hoch-sensibel, leistungsorientiert und mitten in der Pubertät. Plötzlich stand ich einer neuen Challenge gegenüber: Trotz intensivem Lernens und wochenlanger Vorbereitungen stand ich in einem Gegenstand kurz vor dem Durchfallen: Mathe. Ich begann an meinem persönlichen Wert zu zweifeln, dachte, ich sei dumm, zog mich zurück und lernte noch härter. Dann kam ein Punkt, wo ich mich so sehr verbissen hatte, dass ich auch in anderen Gegenständen begann abzubauen. Ich erinnere mich noch an einen Tag, als ich an der Bushaltestelle stand und auf den Bus zur Heimfahrt wartete, mit 2 Fünfen im Rucksack und den pauschalisierenden Worten der Lehrer im Ohr – ich solle mich doch einfach mehr anstrengen. Die Tränen liefen mir über die Wangen – ich hatte so hart an mir gearbeitet und trotzdem versagte ich immer wieder.

Der Beginn

Meine Eltern meldeten mich zu einem Mal-Kurs an, der in meinem Dorf wöchentlich stattfand. Die Künstlerin Veronika Blauensteiner-Kredos wurde durch ihre Lebendigkeit und Begeisterung für die Kunst schließlich mein Vorbild und meine Mentorin. Long story short: Ohne große Anstrengungen, aus einer tiefen Faszination und Neugierde heraus, machte ich meine ersten Pinselstriche – und erkannte plötzlich, dass ich in einem Pinselstrich ein ganzes Universum erschaffen kann.

Ich ging regelmäßig zum Malworkshop und meine Noten wurden besser – selbst in Mathe schaffte ich im Folge-Jahr einen „Quantensprung“ von -4 auf +3. Als ich 2008 maturierte, war ich in meiner Klasse bereits als „die Künstlerin“ bekannt. Nach Absolvierung der Reifeprüfung arbeitete ich sieben Jahre  im Kräuterpfarrer-Weidinger-Zentrum. In dieser Zeit bildete ich mich weiter und unternahm einige Reisen u.a. nach Australien und Berlin und wurde zum ersten Mal mit redaktioneller und grafischer Arbeit vertraut gemacht. 

Ich malte weiterhin regelmäßig, tat ich es nicht, wurde ich krank oder depressiv.

Es war, als hätte ich meine persönliche Medizin gefunden.

Eine liebe Dorfbewohnerin, die auf meine Kunst aufmerksam wurde, redete auf mich ein, ich solle doch einmal öffentlich meine Werke ausstellen. Nach dem sie mich mehrmals dazu einlud, im Landesklinikum Waidhofen/Thaya auszustellen, willigte ich 2012 nach langem Überlegen ein. Die Ausstellung wurde ein riesiger Erfolg für mich. Ich verkaufte 8 Bilder und wurde sogar mehrmals auf der Straße wegen meiner Kunst angesprochen.

Privatstudium

Berufsbegleitend besuchte ich ab 2013 ein Privatstudium für Malerei an der Kunstakademie Geras und durfte von einem der namhaftesten und berühmtesten Künstler Österreichs persönlich lernen: Christian Ludwig Attersee. Durch mein Studium lernte ich ansatzweise von den großen Künstlern der Vergangenheit und Gegenwart. Erahnte, wie es sich anfühlt, komplett in die Welt der Farben, Formen, Gefühle und Fantasie einzutauchen.

2013 beschloss ich, meiner Kunst einen konkreten Namen zu geben: Die Geburtsstunde meines „Atelier Schön“ war gekommen. Ich machte erste Vernissagen und bot Workshops an, sammelte Erfahrungen und lernte schnell, dass „Künstlerin sein“ eben mehr ist, als nur Bilder malen.

In Weinpolz, wo ich von 2012 bis 2016 lebte, verliebte ich mich in das wunderschöne Haus, das so perfekt zu meiner Kunst passte.

2016 schließlich, kam das Erwachen:

Die Realität führte mich zurück auf den Boden der Tatsachen und lehrte mich, dass nichts ewig währt, das Leben eine stetige Veränderung ist. Ich musste aus meinem wunderschönen Atelier in Weinpolz rasch ausziehen, da der Mietvertrag (der ohnehin nicht auf Dauer war) nicht verlängert wurde. Also zog ich in das unbewohnte Haus meiner Urgroßeltern nach Blumau/Wild. Anfangs war es ein Schock: Die Haupträume waren von Schimmel befallen, der Hausbrunnen musste wieder aktiviert werden, die alte Heizung musste wieder in Gang gebracht werden. Eine schnelle Grundsanierung musste geschehen. 

...heute

Und da saß ich nun. Inmitten meiner 200 Werke, umzingelt von Möbeln, Kleidungsstücken, Geschirr und Alltagsgegenständen meiner Vorfahren und meinem eigenen Zeug und Ballast, den ich von meinem weitaus größeren Haus in Weinpolz mitbrachte. Ich hatte keine Ahnung vom Sanieren, nur geringe finanzielle Reserven und körperlich war ich nicht gerade die Stärkste. So schnell eine Mietwohnung oder eine andere Unterkunft finden, war auch nicht möglich. Ich fühlte mich wie in einer Schockstarre und es war, als konnte ich kaum durchatmen. Gerade als ich dachte, meine heile Welt würde nun komplett zusammenbrechen, kam Hilfe: Familie, Freunde, Nachbarn, Bekannte, Kollegen … sie kamen und halfen. Von da an entwickelte ich ein anderes Urvertrauen in das Leben. Wir machten eine schnelle Grundsanierung, sodass ich heute gut in Blumau leben kann. Auch wenn noch viel zu renovieren ist, weiß ich, dass ich auch diese Hürden meistern werde.

Damals konnte ich nur das Leid sehen. Heute sehe ich den Sinn. 



Meine kleinen Meilensteine

 

2012 Vernissage im Landesklinikum Waidhofen an der Thaya;

2012 Grundlagen Grafikdesign-Kurs an der New Design University in St. Pölten

2013 & 2014: Eröffnung des eigenen Ateliers, laufend Vernissagen & Kreativ-Workshops für Kinder und Erwachsene im privaten Rahmen; Bilderserie für die Steuerberatungskanzlei WWV Gmünd;

September 2013 bis Juni 2015: „Atelierstudium für Malerei“, an der Kunstakademie Geras, Diplom-Studienlehrgang unter der Leitung von Professor Christian Ludwig Attersee

seit 2015 einmal jährlich Kreativ-Mal-Workshop mit der Volksschule Senftenberg;

Dauerausstellung im neu-restaurierten Gemeindeamt Göpfritz/Wild gemeinsam mit anderen regionalen Künstlern;

Erfolgreiche Diplom-Abschlussprüfung an der Kunstakademie Geras;

Künstlerische Beteiligung bei dem Projekt „Eheweg Gestaltung“ der Schönstatt-Bewegung (Gemeinde Obritzberg-Rust bei St. Pölten);

Abschluss-Ausstellung in der Galerie „Stiegenhaus 11a“ in Langenlois;

Herbst 2015 bis Juni 2016: Meisterklasse bei Professor Attersee an der Kunstakademie Geras

2015: Vernissage in der Volksbank Heidenreichstein 

2016 Master-Diplom-Verleihung von Prof. Attersee;

Teilnahme Göpfritzer Kulturfrühling;

Buchprojekt mit Kinderbuch-Autorin Nicola Oudejans

Vernissage an der VHS Krems;

Teilnahme Tage der offenen Ateliers

2017: Crowdfunding Projekt "Kinder schaffen Kunst" mit BAWAG P.S.K. Waidhofen/Thaya & Volksschule Karlstein

2018: Veröffentlichung des ersten eigenen Märchenbandes "Kunterbuntes Blütenmeer" (MyMorawa-Verlag)

2019: Erfolgreiche Absolvierung des Lehrganges "Grafikdesign Software Essentials" am bfi Wien

Atelier Jasmin Schön

Blumau 33

3762 Ludweis-Aigen

atelier.schoen@gmx.at



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