2005: Der Anfang
Es begann mit einem unscheinbaren Malkurs im Dorfhaus Schönfeld/Wild. Ich war immer eine gute Schülerin, doch das zweite Jahr an der Handelsakademie führte mich in eine Depression. Obwohl ich fleißig lernte, kämpfte ich mit Mathematik. Als Ausgleich zum stressigen Schulalltag besuchte ich einen Aquarellkurs in meinem Dorf. Veronika Blauensteiner-Kredos leitete diesen gut besuchten Kurs. Sie wurde zu meiner Mentorin und begeisterte mich dafür, die Welt der Farben zu erforschen. Schnell besserten sich meine Schulnoten und ich fand durch die Kunst meine persönliche Medizin.
2008–2012: Die Reise beginnt
Als ich 2008 die Matura absolvierte, war ich in der Klasse bereits als „die Künstlerin“ bekannt. Anschließend arbeitete ich sieben Jahre im Kräuterpfarrer-Weidinger-Zentrum. In dieser Zeit bildete ich mich weiter, unternahm Reisen, unter anderem nach Australien und Berlin und kam erstmals mit redaktioneller und graphischer Arbeit in Berührung. Schnell merkte ich, wie sehr mich der Büroalltag unterforderte und versuchte verzweifelt Halt in der rauen Wirtschaftswelt zu finden.
2012: Die erste öffentliche Ausstellung
Nach langem Zögern folgte ich der Einladung einer Krankenschwester aus dem Landesklinikum Waidhofen/Thaya, meine Bilder erstmals öffentlich auszustellen. Die Ausstellung wurde ein großer Erfolg: Ich wurde immer wieder auf der Straße von begeisterten Passanten auf meine Kunst angesprochen.
2013–2016 – Studienzeit
Berufsbegleitend begann ich 2013 ein Privatstudium für Malerei an der Kunstakademie Geras und durfte persönlich von einem der namhaftesten Künstler Österreichs lernen: Christian Ludwig Attersee. Inspiriert durch das Studium beschloss ich, meiner Arbeit einen Namen zu geben – die Geburtsstunde meines „Atelier Schön“. Ab diesem Zeitpunkt veranstaltete ich Vernissagen und vertiefte meine Kunst. In Weinpolz, wo ich bis 2016 lebte, fand ich einen perfekten häuslichen Rahmen für meine kreative Arbeit. Neben der Malerei kam das Schreiben hinzu.
2016–2023: Verwurzelung
2016 zog ich in das Haus meiner Urgroßeltern in Blumau/Wild. Anfangs war es ein Schock: Die Haupträume waren von Schimmel befallen und eine schnelle Grundsanierung war nötig. Gerade als ich dachte, meine heile Welt würde zusammenbrechen, kam Hilfe: Familie, Freunde, Nachbarn, Bekannte und Kollegen: Sie alle packten mit an. Es wurde ein Jahr des Umbruchs, denn auch meine berufliche Zeit in Karlstein war fürs Erste vorbei.
2018 – Mein erstes Kinderbuch
Ich bewarb mich beim Österreichischen Gewerkschaftsbund und arbeitete dort bis 2023. Ich betreute Websites und Social-Media-Kanäle, war redaktionell tätig und übernahm die Büroorganisation. Diese Phase gab mir die Chance, mich beruflich neu zu orientieren.
Neben Lehrgängen im graphischen Bereich absolvierte ich einen Kurs für Kommunikationstechniken. In diesem Rahmen entstand mein selbstillustriertes Kinderbuch „Kunterbunte Blütenwelt“ mit eigenen Texten.
2024: Hallo, Marketingwelt
Ich schloss einen Diplomlehrgang zur Social-Media-Managerin ab und wagte den Schritt in die Marketingwelt. Im Lagerhaus Zwettl konnte ich als Social-Media-Managerin beginnen und berufsbegleitend eine weitere Ausbildung zur „Digital Marketing Managerin“ absolvieren. Ich blühte auf und glaubte, angekommen zu sein. Wer hätte ahnen können, dass mich der Weg bald wieder nach Karlstein führen würde?
2025: In der Kreativwerkstatt angekommen
Seit 2025 bin ich als Marketing-Hauptverantwortliche bei Pollmann International tätig. 20 Jahre nach meinem Start in die Berufswelt, befinde ich mich an einem Ort, an dem ich immer sein wollte: In einer Kreativwerkstatt. Texten, illustrieren, designen, layouten, koordinieren, strategische Ziele setzen, Contentdesign, all das gehört heute zu meinem Alltag. Und die Kunst? Sie ist mitten in meinem Leben. Das Zeichnen und Malen begleiten mich weiterhin.
Ob dies das Happy End ist? Vermutlich nicht. Solange ich atme, wird sich mein kreativer Weg weiterentwickeln. Dennoch genieße ich diesen Moment, dieses Gefühl, zumindest für diesen Augenblick Frieden angekommen zu sein.
